Jenseits des BGE – das Thema „Bildung”

25.04.2019 von Thomas Müller

Klassenzimmer2Die Partei „Bündnis Grundeinkommen” hat ein großes Ziel: die Einführung eines bedingungslosen Grundeinkommens (BGE) in Deutschland. Dieses Ziel kommunizieren wir als wesentliches Merkmal nach außen.

Das führt dazu, dass wir oft als „Ein-Themen-Partei” bezeichnet werden. Dies trifft aber so nicht ganz zu.

Es ist uns völlig klar, dass wir zur Erreichung unseres großen Ziels auch in anderen Feldern der Politik aktiv sein müssen. So müssen wir zum Beispiel Änderungen im Steuerrecht vornehmen, um das bedingungslose Grundeinkommen finanziell abzusichern.

Daher bezeichnet sich der Landesverband Bremen als „Kernthemen-Partei”.

Wir werden bestimmt nicht die absolute Mehrheit im Parlament erreichen. Deshalb brauchen wir zur Regierungsbildung andere Parteien als Koalitionspartner. Und für eine Koalition braucht man Standpunkte und Programme für möglichst alle Politikfelder, damit am Ende ein Koalitionsvertrag unterzeichnet werden kann. In einem solchen Koalitionsvertrag wird natürlich auch die Einführung des bedingungslosen Grundeinkommens festgeschrieben sein.

Wir wollen an dieser Stelle nun unsere Standpunkte zu denjenigen Themen vorstellen, die in Bremen zur Bürgerschaftswahl 2019 wohl am meisten diskutiert werden.

Den Anfang machen wir mit dem Thema „Bildung”.

Wir wollen, dass Bildung für alle kostenlos zugänglich ist.
Lehrmittelfreiheit und freier Eintritt für Schüler und Studenten in Museen, Bibliotheken oder Schwimmkursen sorgen für Chancengleichheit.

Wir wollen das Sitzenbleiben nicht wieder einführen.
Sitzenbleiben sollte eine freiwillige Möglichkeit sein. Alle Schüler sollten zukünftig wählen dürfen, ob sie das Schuljahr wiederholen, oder die Qualifizierung durch in den Schulalltag integrierte Nachhilfekurse erwerben möchten.
Wir wollen den Religionsunterricht durch einen Ethikunterricht für alle Schüler ersetzen.

Wir sind für Ethikunterricht statt Religionsunterricht.
Wir möchten aber darauf hinweisen, dass auch die Religiosität dem Schutz der Würde des einzelnen Menschen innerhalb eines Rechtsstaates unterliegt. Einen Separatismus in jeglicher Form lehnen wir ab.

Wir wollen, dass der Schulunterricht um 9:00 Uhr beginnt.
Kinder und Jugendliche sollten die Möglichkeit haben, mindestens 9 Stunden zu schlafen. Ein späterer Schulbeginn kann diesem Bedürfnis Folge leisten und die Leistungen der Schüler*innen verbessern. Wichtig ist für uns dabei, dass die Schulen auch schon vor Unterrichtsbeginn allen Schüler*innen offen stehen und für eine Betreuung gesorgt ist.

Wir wollen die Erinnerung an den Holocaust als zentralen Bestandteil des geschichtsorientierten Unterrichts erhalten.
Jede demokratische Partei innerhalb eines freiheitlichen Rechtsstaates kann nur zustimmen, dass der Holocaust einer der zentralen Bestandteile des geschichtsorientierten Unterrichts bleibt. Wir möchten dieses Thema jedoch aus Respekt vor allen Opfern jeglicher totalitären Regime und Strukturen nicht zu einem Wahlkampfthema machen.

Wir wollen, dass eine kritische Betrachtung des Kolonialismus ein fester Bestandteil der Lehrpläne wird.
Vor dem Hintergrund der aktuellen Migrations- und Fluchtbewegungen erhält die Auseinandersetzung mit dem Kolonialismus auch in Bremen eine noch höhere Dringlichkeit. Eine kritische Auseinandersetzung mit alten und neuen Formen des Kolonialismus halten wir für sehr wichtig und befürworten, dass dieses Thema fester Bestandteil der Lehrpläne im Land Bremen wird.

Wir wollen das Gymnasium als eigenständige Schulform erhalten.
Die Trennungen von Schulformen erachten wir auch weiterhin als sinnvoll. Die Wertschätzung aller Schulformen kann aber noch gesteigert werden. Das Gymnasium muss erhalten bleiben.

Wir wollen das neunjährige Gymnasium (G9) wieder einführen.
Durch das achtjährige Abitur bei gleichbleibendem Stoffumfang haben die Kinder keinen nennenswerten Raum mehr für Freizeitaktivitäten und Persönlichkeitsbildung. Eine Verkürzung hat sich nicht bewährt. Prüfungsphasen müssen wieder entzerrt werden.

Wir wollen, dass Lehrerinnen und Lehrer an den Grundschulen das gleiche Einstiegsgehalt bekommen wie das Lehrpersonal an weiterführenden Schulen.
Grundschullehrer machen eine ebenso wichtige Arbeit wie die Lehrer an weiterführenden Schulen. Das sollte sich auch in einer finanziellen Wertschätzung widerspiegeln. Für noch wichtiger als das Einstiegsgehalt ist für uns die Festanstellung.

Wir wollen, das Schulnoten erst ab der 3. Klasse eingeführt werden.
Wir halten Zeugnisse in Berichtsform für besser, da so eher auf die Individualität der Kinder eingegangen werden kann und auch die Eltern ein größeres Mitspracherecht erhalten. Zeugnisnoten sollten erst ab der fünften Klasse gegeben werden.

Und zu guter Letzt finden wir es wichtiger, dass unsere Schulen dichte Dächer und Fenster, funktionierende Heizungen und Toiletten sowie genügend Lehrer haben, anstatt das knappe Geld in technischen Schnickschnack zu investieren.

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