Ein paar Fragen

von Uwe Bjorck

change-4039486_1920Ich habe da mal ein paar Fragen:
Als Charles Dickens auf das Elend der Kinder in England aufmerksam machte und sich die Menschen daraufhin gegen Kinderarbeit wandten, fragte da jemand nach den Kosten?

Als Emile Zola mit Les Miserables Massen dazu bewegte, etwas gegen die Armut zu tun, fragte da jemand, was es kosten würde?

Als John Steinbeck mit seinen Büchern Stürmische Ernte und vor allem Früchte des Zorns auf das Elend der Landarbeiter hinwies und dadurch politisch so viel bewegte, sagten dann die Stadtbewohner, nun werde bestimmt alles teurer?

Als Harriet Brecher Stowe mit Onkel Toms Hütte so viel für die Sklavenbefreiung tat, fragte man da nach einer Finanzierungsmöglichkeit?

Und als in Deutschland erst Die Weber und später Die Ratten von Gerhart Hauptmann uraufgeführt würden, gingen dann die Leute aus dem Theater, um sich zu Hause an den Rechenschieber zu setzen?

Fragte Emmeline Pankhurst erst Volkswirtschaftler, bevor sie das Frauenwahlrecht forderte, ob dies auch finanzierbar sei?

Wollen wir fragen, was uns gleicher Lohn für alle kostet oder das Recht auf eine gleichgeschlechtliche Ehe?

Sagte Martin Luther King: „I have a Dream“ oder sagte er „I have a Financing Option“?

Warum, frage ich, stellen sich so viele Menschen und unter ihnen eine so große Zahl Bedürftige heute die Frage nach der Finanzierbarkeit eines bedingungslosen Grundeinkommens, wenn es um die Emanzipation aller Menschen, also auch um ihre eigene Selbstbestimmtheit, Freiheit, Gleichberechtigung und Versorgung, geht?
Waren wir früher weniger kleinmütig oder gilt statt der Würde des Menschen heute das Bruttoinlandsprodukt als unantastbar?

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